Was ist das KGV?
Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) ist eine Kennzahl zur Bewertung von Aktien. Es zeigt, wie oft der Jahresgewinn eines Unternehmens im aktuellen Aktienkurs enthalten ist.
Einfach ausgedrückt:
Das KGV gibt an, wie viel Anleger bereit sind, für einen Euro Gewinn eines Unternehmens zu bezahlen.
Wie berechnet man das KGV?
Das KGV wird mit folgender Formel berechnet:
KGV = Aktienkurs ÷ Gewinn je Aktie (EPS)
Der Gewinn je Aktie (Earnings per Share, EPS) ergibt sich aus dem Jahresüberschuss eines Unternehmens geteilt durch die Anzahl der ausgegebenen Aktien.
Beispiel zur Berechnung
Ein Unternehmen hat:
Aktienkurs: 100 €
Gewinn je Aktie: 5 €
Rechnung:
100 € ÷ 5 € = 20
Das KGV beträgt 20.
Das bedeutet: Anleger zahlen das 20-Fache des Jahresgewinns pro Aktie.
Was bedeutet ein hohes oder niedriges KGV?
Vorteile des KGV
Ein niedriges KGV kann darauf hindeuten, dass eine Aktie günstig bewertet ist. Es kann aber auch ein Hinweis auf geringe Wachstumserwartungen oder erhöhte Risiken sein.
Ein hohes KGV deutet häufig auf hohe Wachstumserwartungen hin. Besonders Technologieunternehmen weisen oft höhere KGVs auf als defensive Branchen wie Versorger oder Basiskonsumgüter.
Wichtig:
Das KGV sollte immer im Branchenvergleich betrachtet werden. Mehr dazu findest du unter Aktiensektoren.
leicht verständlich
schnell berechenbar
gut für erste Bewertungseinschätzung
Vergleich innerhalb einer Branche möglich
Nachteile des KGV
berücksichtigt keine Verschuldung
bei Unternehmen mit Verlusten nicht sinnvoll
ignoriert zukünftiges Wachstum
Gewinne können schwanken
Deshalb sollte das KGV nie isoliert betrachtet werden, sondern immer zusammen mit weiteren Kennzahlen wie dem KUV oder der Eigenkapitalquote.
Welche Varianten des KGV gibt es?
Neben dem klassischen KGV gibt es weitere Varianten:
Forward-KGV:
Basiert auf erwarteten zukünftigen Gewinnen.
Shiller-KGV (CAPE):
Verwendet einen durchschnittlichen inflationsbereinigten Gewinn der letzten zehn Jahre.
Mit welchen Kennzahlen sollte man das KGV kombinieren?
Für eine fundierte Aktienanalyse wird das KGV häufig zusammen mit folgenden Kennzahlen betrachtet:
FAQ
Ist ein niedriges KGV immer besser?
Nein. Ein niedriges KGV kann auf eine Unterbewertung hinweisen, aber auch auf strukturelle Probleme oder geringe Wachstumsaussichten des Unternehmens.
Kann man das KGV bei Wachstumsunternehmen anwenden?
Ja, allerdings haben Wachstumsunternehmen häufig höhere KGVs, da Anleger starkes zukünftiges Gewinnwachstum erwarten.
Was bedeutet ein negatives KGV?
Ein negatives KGV entsteht, wenn ein Unternehmen Verluste macht. In diesem Fall ist die Kennzahl für Bewertungsvergleiche nicht sinnvoll nutzbar.
